GERDI & PETER KUPSCH's
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HERBSTTRIP 2006

HERBSTTRIP 2006 Es war wieder ein wunderschöner Sommer, aber es wurde Zeit das wir mal wieder unterwegs gehen. Schon lange hatten wir geplant mal wieder die Dempster Highway zu fahren. Da dies die nördlichste Strasse Kanadas ist war es sinnvoll diese Reise schon Anfang September zu starten. Alle Zeichen standen gut: die letzten Gäste verließen unser B&B, das Wetter war super und Brigitta unser obligate Schweizerin passte auf das Haus auf. Am 4.September war alles startklar und auch der Camper saß bestens auf der Box unseres neuen Ford Diesel Truck. Die Fahrt ging erstmal westlich auf der Yellowhead Hwy. bis nach Kitwanga und dann alles auf der Hwy. 37 nach Norden. Die Willow Ridge Resort war geschlossen und wir liefen zu Fuß den Berg hinauf und siehe da es war ein Housekeeper hier und er lud uns ein die Nacht zu bleiben. In dieser Wildnis war doch tatsächlich Satelliten-Internet in Betrieb und ich konnte gleich meine e-mails auslesen und telefonieren. Auf der Weiterfahrt besuchten wir noch einige Freunde und erreichten Boja Lake Campground. Es waren erstaunliche viele Camper und sogar einige Deutsche unterwegs. Immer noch war das Wetter wunderschön und am nächsten Tag erreichten wir Whitehorse die Hauptstadt des Yukon. Noch ein Paar Einkäufe und weiter ging’s am nächsten Tag über die Klondike Hwy. bis zur Moose Creek Lodge wo wir bei Maja eine Nacht verbrachten. Nun war es nicht mehr weit bis zur Kreuzung wo die Dempster abgeht. Start der Dempster ...ein Traum diese Landschaft! Gut aufgetankt (aber teuer) ging es auf die 730km lange Strecke. Gleich zu Anfang ist man in den Olgive Mountains und es ist einfach toll. Die Herbst- PDF created with pdfFactory trial version www.pdffactory.com färbung der Tundra ist genau wie wir es uns vorgestellt hatten. An dem Tomstone Mountain Campground machen wir unsere erste Rast. Langsam verlassen wir die Berge und fahren auf einer fast endlos wirkenden Strasse auf einem Höhenrücken entlang. Das Wetter ist super und der Blick zurück auch. Nun entdecken wir unseren ersten Grizzly und einer toller Regenbogen dazu. Gegen späten Nachmittag erreichen wir Eagle Plains. Es ist kaum zu glauben aber die Sonne ging erst so gegen 21:00 Uhr unter. Es war verhältnismässig warm und eine Reisegruppe aus Südafrika lud uns zu einem Glas Wein ein. Es waren doch recht viele Leute auf dieser Abenteuerstrecke unterwegs, davon bis zu 80% Deutsche. Am nächsten morgen überraschte uns nasskaltes nebeliges Wetter und wir entschieden uns diesen Tag hier zu verweilen. Als es am drauffolgenden Tag immer noch so trübe war fuhren wir doch einfach weiter. Nach kurzer Fahrt erreichten wir den den Artic Circle den Polarkreis. Das Wetter war immer noch trübe und regnerisch und es wurde immer noch nebeliger. Die Strasse war wie ein aufgewühlter Acker und der Allradantrieb war nun dringend notwendig. Wir passierten noch eine viele Kilometer lange Baustelle und dann riss urplötzlich der Nebel auf und wir erreichten den Peel River und die Fähre kam dann auch gleich an. Vorbei an Fort McPherson, einem kleinen Eskimodorf, kamen wir zum mächtigen Mackenzie River. Hier fließt auch noch der Arctic Red River in den Mackenzie und so wurde die Fährfahrt recht aufregend. Bis etwa 70km vor Inuvik erreichten wir einen Campground wo wir nun ganz alleine standen. Das Wetter war wohl immer noch etwas trübe, aber die Temperatur war PDF created with pdfFactory trial version www.pdffactory.com trotz der nördlichen Breite so um + 7 Grad. Am nächsten morgen erreichten wir sehr schnell die nördlichste Stadt Kanada’s die katholische Iglukirche von Inuvik Inuvik Das Wetter ist nicht besonders einladend, aber die Menschen sind alle sehr nett. Wir finden an der Library einen wireless lan Anschluss und können vom nördlichsten Punkt unsere e-mail und Internet-Telefonate erledigen. Im Postamt finden wir eine nette Dame die schickt uns in die Iglukirche und dort werden wir überrascht das ein Priester aus Nigeria ganz alleine für uns eine Gottesdienst abhält. Dieser ganze Ort lebt auf Permafrost, das heißt alle Gebäude stehen etwas 1-2 Meter über dem Boden, alle Wasserleitungen und Abwasserleitungen werden isoliert über der Erde geführt. Es werden noch ein paar Einkäufe erledigt und dann geht’s langsam raus aus diesem Ort. Nach ca. 30km finden wir einen offenen Campground wo wir wieder ganz alleine stehen. Ein trüber kühler Morgen weckt uns und wir fahren nun die gesamte Strecke (730km) wieder zurück. Die Strasse ist schrecklich muddig und wir erkennen unseren Camper fast gar nicht . Wir überqueren wieder den Mackenzie River und finden das die Rückfahrt ganz andere Einblicke gibt . Durch Fort McPherson fahren wir kurz durch und finden das die Inunits (Eskimo) ziemlich desinteressiert durch die Gegend laufen, kein freundliches Winken oder Grüssen. Nun kommt die 2.Faehre und nach 20 Minuten sind wir auf der anderen Seite des Peel Rivers. Die Strasse ist immer noch sehr rutschig und mit Vierrad-Antrieb fühlt man sich PDF created with pdfFactory trial version www.pdffactory.com doch etwas sicherer. Über einen kleinen Pass erreichen wir wieder den Yukon Und gleich sehen wir eine Grizzly Mutter mit zwei Jungen sehr dicht an der Strasse. Wir erreichen Eagle Plains bei schönen Wetter und in der Nacht kommt sogar etwas Nordlicht auf. Ein wunderschöner Morgen weckt uns wir füllen unser Wasser auf und auch das Abwasser können wir entsorgen. Einen netten Plausch mit einer Reisegruppe aus Australien in dieser tollen Einöde und ab geht’s in Richtung Berge. Im Tompstone Mountains Campground gefällt es uns so sehr und wir bleiben gleich 2 Nächte. Am Tage machen wir noch eine Wanderung in die tolle Herbstfärbung der Tundra, was einer der Hauptgründe war für diese Reise. Die Erde ist bedeckt mit leuchtend rote Bodendecker umgeben von dem tollen „Island Moos“. Es war eine wirklich schöne Zeit auf diesem Platz Die letzten 60km führen wieder durch die Berge und es ist immer noch eine sehr tolle herbstliche Färbung. An der Klondik Highway biegen wir rechts ab und erreichen Dawson City , die Goldgräberstadt. Das Wetter ist so schön und wir fahren die Serpentinenstraße hinauf auf den Dom. Von hier hat man einen tollen Blick auf die kleine Stadt und auf den Yukon River. PDF created with pdfFactory trial version www.pdffactory.com Auf dem Dome bei Dawson City, Blick auf den Yukon River Hier in Dawson musste erstmal unser Auto vom Dreck befreit werden. Auf dem Campground, nun mit allen Anschlüssen, konnten auch wir uns wieder etwas frisch machen. Auch der Kontakt zum Internet klappte wieder ganz gut. Am nächsten Morgen fahren wir noch mal durch die Stadt und bummeln durch die tollen Strassen, alles noch wie vor über 100 Jahren . Nun geht die Fahrt wieder südlich auf der Klondike Highway bis nach Stewart Crossing und kurz hinter Mayo, am Silvertrail, finden wir den Campground den wir schon mal vor 15 Jahren besuchten. Am nächsten Morgen geht es weiter auf dem Silvertrail über Elsa bis nach Keno. Dort essen wir in der rustikalen Keno- City Snack Bar bei Mike eine tolle Pizza und anschließend fahren wir hinauf zum Signpost, hoch oben in den Bergen. PDF created with pdfFactory trial version www.pdffactory.com Praktisch im Ort finden wir einen Campground, wo noch zwei weitere Deutsche mit ihren Fahrzeugen stehen. Wir haben noch bis spät in Abend einen langen Schwatz. Bei herrlichen Sonnenschein geht es am nächsten Morgen weiter bis vor zur Klondike Hwy. und weiter südlich bis Carmacks. Dort fahren wir nun auf der Robert Campbell Highway (# 4) bis nach Faro einer ausgestorbenen Minenstadt. Hier ist wieder eine große Ansammlung von vielen deutschen Touristen. Der Campground war sehr schön und sehr preiswert. Trotzdem geht unsere Fahrt weiter über die # 4 bis zum Frances Lake. Die Strasse war komplett eine Gravel Road, viele enge Stellen mit vielen eiligen Jägern. Auch waren hier viele Stellen mit großen und verhaeltnismaessigen vielen Waldbrandstellen. Der Frances Lake ist ein traumhafter riesiger See und gegen Abend kamen wieder große Schwärme von Kraniche vorbei. Von hier war es nicht mehr so weit bis nach Watson Lake , wo wir gemütlich gegen Abend eintrafen. Dort blieben wir 2 Nächte derweil wir mal dringend Wäsche waschen mussten und wir noch auf ein Convoi von deutschen Camper warteten, die dann leider nicht auftauchten. Sehr bekannt ist Watson Lake für den riesigen Signpost Forest. Nun ging die Fahrt weiter auf der berühmten Alaska Highway, vorbei an Liard Hotspring bis zum Muncho Lake, wo der Campground schon geschlossen war aber noch ein Platz an der Strasse frei war. Auf der Weiterfahrt durch die Berge sahen wir nun eine große Herde von Bison’s und auch Karibu’s. PDF created with pdfFactory trial version www.pdffactory.com Wir erreichen nach langer Fahrt Fort Nelson und dort haben wir wieder alle Anschlüsse und natürlich auch drahtloses Internet. Wir erkundigen uns über den Zustand der Liard Highway und fahren am nächsten Tag über, die für uns neue, Strasse Richtung Osten und erreichen nun wieder das Nordwest Territory wo wir in Ford Liard einen sehr schönen Campground finden. In der Nacht fängt es mächtig zu regnen an und am nächsten Tag ist die Schotterstrasse sehr dreckig und rutschig und unser Camper kann man fast kaum erkennen. Am mächtigen Liard River setzten wir mit der Fähre über und erreichen Fort Simpson. Dieser Ort liegt am Mackenzie River und hier fließt auch der Liard in diesen gewaltigen Fluss. In einem herrlichen Birkenwald stehen wir auf dem Gemeinde Campground. Hier ist nun unserer nördlichste Punkt unserer Reise in diesem Gebiet, wir fahren mit der Fähre wieder zurück erreichen, noch im Nordwest Territory, unbekannte riesige Wasserfälle. In der Nähe der Samba-Deh Fälle finden wir einen Platz zum Übernachten. Am drauffolgenden Tag sehen wir noch die Louise und Alexandra Falls, beide sehr hoch und beeindruckend. Louise Falls Alexandra Falls Die Landschaft ändert sich und mehr flaches Land weitet sich aus. Wir verlassen das Nordwest Territory und kommen nach Alberta und dort in High Level finden wir bei schlechten Wetter ein nicht besonders schöner Platz mit allen Anschlüssen .Hier wird viel nach Oel und Gas gebohrt und überall im Ort sieht man Werkstätten mit schweren Maschinen . Nach obligaten Einkäufen und Tanken verlassen wir den Ort und fahren in die weite Prärie bis kurz vor Manning finden wir einen schönen einsamen Provinz- Campground . Ein schöner sonniger Tag bringt uns dann nach langer Fahrt bis nach Dawson Creek, der Mile Null der Alaska Hwy. Hier sind sie gerade dabei den Campground zu schließen und wir können noch den letzten Tag verbringen PDF created with pdfFactory trial version www.pdffactory.com Die Fahrt geht am nächsten Morgen über Chatwynd und den Pinepass nach Prince George wo wir nun wieder einige Erledigungen machen müssen: Neue Stützbeine für den Camper und einige notwendige Bekleidungen. Am morgen sah es sehr nach Schnee aus und das Thermometer fiel auf -5Grad und so entschieden wir nun schnurstracks nach Hause zu fahren . Zu Hause angekommen stellen wir fest das wir über 4 Wochen , 8000km , davon gut 4000km auf Gravel-Road hinter uns hatten . Es war aber trotzdem eine herrliche Reise und wir haben sie sehr genossen.